Montag, 5. März 2012

Torun - ein Thorn im Auge?



Am Wochenende war es so weit. Mit der polnischen Version eines IC ging es über Warschau in nur 7 Stunden in das circa 500 km entfernte Torun. Der Weg führte durch verträumte Birkenwälder (Polska Ojczyzna moja!) und über prächtige ockerfarbene Felder, welchen Polen wohl seinen Namen verdankt. Begleitet wurden wir während der Fahrt von Pani Zbiszek, welche schon früh um 8 mehrmals bei Pan Zbiszek angerufen hat, um sich zu erkundigen ob Pan Zbigniew schon da war und bei Ciocia Maryja, welche anscheinend nicht mehr so ganz gut hört. Nicht dass sie dabei auf die anderen übermüdeten Personen im Abteil Rücksicht genommen hat - nein der zusätzliche Genuss ihrer Salzstangen wurde durch ein angenehmes schmatzendes Geräusch untermalt. Bei der Ankunft in Warschau Zachodnia mussten wir auch schnell feststellen, dass das Umsteigen in Polen auch so eine Sache für sich ist. Weder im Internet noch auf den Tickets wurde gesagt auf welchem Gleis der nächste Anschluss zu finden ist - 8 min Umsteigezeit und einige wenige Minuten Verspätung sollten trotzdem reichen um sich bei diversen Schaffnern oder Leuten durchzufragen, wo denn der nächste Zug zu finden ist. Nach einem gut angesetztem Sprint wurde dann doch der richtige Zug gefunden. Dieser IC stammte allerdings wohl noch aus der kommunistischen Zeit, als die Menschen noch kleiner waren und kein Gepäck dabei hatten, denn früher gab es ja nichts zu kaufen oder es war zu teuer - lass das mal in Ruhe! Bei der Ankunft in Torun mussten wir feststellen, dass die Welt auch hier stehen geblieben ist. Wer jetzt denkt, jetzt kommt ein sarkastischer Kommentar bezüglich irgendwelcher kommunistischen Überreste wird allerdings enttäuscht. Die Stadt sprüht einen wahrhaft mittelalterlichen Charm aus. Dank Pan Janek (Ledercapi, Lederjacke, Lederhandschuhe und Lederschuhe - Erkennungsmerkmal eines echten Polen)  und seiner überaus fundierten Kenntnisse über die Stadt  - "Das ist so!!" - wurden wir darüber aufgeklärt, wo der berühmte Kopernikus lebte und studierte und wo der kleine Bruder vom schiefen Turm von Pisa steht, welcher dank echter polnischer Handarbeit nicht einsturz gefährdet ist, wie sein italienischer Bruder - Polak potrafi eben! Neben der zahlreichen stabilen Bauten ist Torun bekannt für seine Lebkuchen, welche bei weitem so gut sind wie die aus Aachen - wenn nicht sogar besser - "So ist das!!" Polak potrafi!. Wer von dem Rynek genug hat sollte die kleinen Nebenstraßen und Gassen besuchen, welche mit zahlreichen kleinen Figuren geschmückt sind und kleine Geschichten erzählen - wers nicht glaubt sollte selbst die Stadt besuchen oder Pan Janek fragen, denn "So ist das!!"










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