Montag, 13. Februar 2012

Endlich Internet!

11.02-13.02

Endlich verfügen wir über eine Möglichkeit mit der Welt da draußen zu kommunizieren. Es ist gar nicht so leicht sich in Polen Internet zu verschaffen...doch dazu später mehr.
In Krakau angekommen, hab ich mich erstmal über die "typisch" polnischen Dinge gefreut. Alleine die Luft hier riecht schon ganz anders als in Deutschland. Tja, über ein paar Dinge freut man sich und ein paar lassen den hochnäsigen *bei-uns-ist-das-aber-besser* aus dir werden.

Eine Standardsituation:

Erster Großeinkauf im Sklep Carrefour - ein polnisches Traditionsgeschäft. Die nette Verkäuferin an der Kasse dürfte in Deutschland noch nicht einmal Crack an Junkies verkaufen, da sie so unfreundlich ist, dass die Junkies lieber clean werden würden als bei ihr den Stoff zu kaufen. In Polen aber ist es an der Tagesordnung, dass ausgerechnet solche Leute im Dienstleistungssektor arbeiten, also die, die dort eigentlich kaum was verloren haben. Was ist also passiert`? Nachdem der Einkauf eingescannt wurde hielt ich der Dame einen 100 Zloty Schein hin...die Endsumme war irgendwie 67,50 zl. 7.50 vielleicht klein oder 50 groszy? fragte die krächzende Stimme. Woher sollte ich Kleingeld haben, schließlich war ich gerade erst beim Geldautomaten gewesen und der spuckt nun einmal kein Kleingeld aus, also sagte ich: Leider nein, tut mir leid.
Wer dachte, dass ihre Mundwinkel nicht mehr tiefen hängen könnten wurde eines Besseren belehrt. Besagte Mundwinkel schlugen durch den Boden in den Keller durch, das Gebäude schwankte bedrohlich und ihr Blick sagte:
 "Wenn ich Lepra hätte, ich würde dich anspucken...BASTARD".
Ich erhielt mein Kleingeld aus der mit Wechselgeld prall gefüllten Kasse und konnte endlich gehen.

Der erste Einkauf wurde schnell ausgepackt und man bemerkte sofort, dass man ungefähr eine Million Dinge vergessen hatte zu kaufen. Ferner bemerkte man die überaus augenscheinliche Unfähigkeit unserer Vermieterin Nahrung zuzubereiten. Stattdessen liegen in der Küche 35000 Pizzataxi-Flyer. Es gibt nicht ein vernünftiges Messer in der Wohnung ( dafür hab ich heute ein super Titanmesser gekauft mit dem man Autotüren zerschneiden kann ). Nachdem wir von dem gefühlten 20ten Einkauf innerhalb von noch nicht einmal zwei Tagen zurückkamen hatten wir unsere erst Post im Briefkasten. Natürlich war sie nicht an uns adressiert...aber egal. Unter anderem befand sich auch eine Art Handzettel darin, in dem der Vermieter auf die richtige Handhabe von Gasheizung, Ofen und Co. bei diesen kalten Temperaturen hinweißt. Sichtlich verwirrt nahmen wir diesen Zettel mit, obgleich wir nicht verstanden haben was man eigentlich von uns will.
Einkäufe ausgepackt, mit Olek geschimpft weil sie wieder bockig war, als plötzlich ein schriller Pfeifton durch die Wohnung schellte. Da wir uns 10 Sekunden vorher in ein W-Lan Netz eines Nachbarn eingewählt hatten *hust* dachten wir: Oh oh, Stanislaus will sein Internet wieder haben...
Gott sei Dank war es nur die Mutter der Vermieterin die noch ein paar Dinge kurz erledigen wollte.

So in etwa sahen unsere ersten beiden Tage hier aus. Natürlich hatten wir auch viel Spaß und haben natürlich schon wieder Unmengen an neuen Büchern gekauft, aber das waren so die WOW Erlebnisse, in dieser ohnehin schon faszinierenden Stadt.

Kommen wir nun zum oben genannten Problem. Verbindung mit der Aussenwelt.
Da wir an einem Samstag angekommen sind, konnte man vor Montag keine Handykarten oder Internetverbindungen käuflich erwerben. Als alter Hase im Mobilfunkgeschäft wollte ich natürlich erst mal Preise vergleichen...schließlich hat man als Student kein Geld und will sparen. Gesagt getan, nach ca. 3 Stunden erfolgloser Suche hatten wir viel gelernt:

1) Es gibt tonnenweise Unterschieden im Vergleich zu "unserem" Handymarkt daheim
2) Dann wiederum doch nicht, da man hier auch lieber Verträge andreht als Prepaidkarten
3) Wundere dich nicht, wenn du in einem polnischen Handyladen o2 Prepaidsticks aus Deutschland siehst und die Verkäuferin locker flockig sagt: Jaja die sind aus Deutschland, aber keine Sorge wir haben den Simlock ... "entfernt".
4) Die Polen mögen den Kommunismus doch irgendwo heimlich, selbst im T-Mobile Shop muss man Nummern ziehen und warten bis man aufgerufen wird.

Im Endeffekt sind wir nach einer langen Zeit wieder in unserem ursprünglichen Laden angekommen und konnten dort dann alles erwerben.

Nun neigt sich der Tag sowie unser erster Eintrag dem Ende zu.

PS. an meine Schwester: Ich bin erstaunt ob der Tatsache, dass ich noch niemanden getroffen habe der Oma kennt.

In diesem Sinne,

Gute Nacht

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