Heute um 11:00 Uhr hatten wir das erste Erasmus Meeting in der Aula. Die Jagiellonen Universität ist wirklich atemberaubend. Man verspürt richtig Lust zu lernen, nicht wie in unserem Betonbunker. Ich liebe ja so Veranstaltungen mit vielen Menschen auf einmal. Es gibt immer mindestens zwei Menschen die immer irgendwelche dämlichen Fragen stellen müssen. So war es auch heute. Eigentlich wurde alles sehr genau und leicht verständlich erklärt, aber nein man musste sich ja wieder melden. Ich habe mir diese Personen dann angesehen und das Aussehen passte sofort zu der dummen Frage. Diese beiden Pappnasen gehörten schon in der Schule zu denen die immer gefragt haben: "Und was kommt in der Arbeit dran? Auf welchen Seiten steht das nochmal im Buch?"
Wie es der Zufall so wollte fanden wir uns dann ein paar Stunden später im Erasmus-Office wieder. Mit uns in der Schlange stand natürlich ein Vollblut Ossi, den ich sofort fachmännisch ohne weitere Informationen und bevor er etwas sagen konnte, als solchen deklariert habe. Ich denke es liegt in der Natur des Ossis überall auf der ganzen Welt fehl am Platz zu sein. Egal wo man einen Ossi hinstellt, fast jedem Menschen fällt auf: der gehört hier irgendwie nicht hin bzw. ist neu hier. Völlig hilflos steht der Ossi als solches darum und weiß gar nicht wo er hin soll. Der Gesichtsausdruck verrät dem aufmerksamen Beobachter unmittelbar ( also mir ), dass der werte Herr aus Chemnitz und Umgebung kommt. Wir hatten uns kurz unterhalten und auch hier hätte ich - ähnlich wie mit der Kirche - einen Checkliste rausholen können. Es liegt ja in der Natur der Dinge, dass ein Ossi permanent unzufrieden ist. So hat dieses wandelnde Klischee seiner Herkunft alle Ehre gemacht. Es ist generell immer recht ratsam sich sofort über die absurdesten Dinge zu beschweren. Beispielsweise hat es ( nennen wir ihn mal Ronny ) missfallen, dass er sich tatsächlich selbst eine Wohnung suchen muss. Freilich waren alle anderen Schuld, nur nicht Ronny. Ronny war ebenfalls besonders clever, er sucht zwar immer noch eine Wohnung hatte sich aber in seiner unendlichen Weisheit mehrere Monate vor der Abreise bei Facebook abgemeldet bzw. gelöscht. Ferner passte es ihm dann ganz und gar nicht- eher grenzte es schon fast an Fremdenfeindlichkeit - dass es für Menschen wie ihn keine extra Information jenseits von Facebook gibt. Das ist doch Unfair! Komischerweise stand in unserer Nähe eine Weißrussin, die ebenfalls kein Facebook hatte, sich jedoch wunderbar selbst bzw. per Mail informieren konnte. Ob Ronny jetzt eine Wohnung hat wissen wir nicht, vielleicht wird er irgendwann zu einer der vielen urbanen Legenden aus Krakau gehören.Swiety Ronny auf der ewigen Suche nach einer Wohnung, die aber dann doch bitte jemand anders für ihn suchen soll.
Unabhängig vom Ossi als solches erfährt man in einer langen Schlange allerhand mehr oder weniger unterhaltsame Dinge. So konnte ich heute erfahren, dass spanische Erasmus Studenten im Schnitt zwischen 600-900€ im Monat bekommen; wohingegen unser eins weit unter 200 liegt. Eine Studentin aus München kommentierte dieses mit folgenden Worten recht bissig: "600-900 für die Spanier? Was kriegen die Griechen dann? 50000€ im Monat plus Pension für die Oma?"
Ach ja mein Herz blühte kurzzeitig auf, ich hatte einen Freund gefunden!
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