Heute war ich am Hauptbahnhof in Krakau, weil Olek Tickets kaufen musste. Olek fährt weit weit weg, deswegen bin ich am Wochenende alleine. Ich finde, dass ein Bahnhof stets das Aushängeschild einer Stadt ist. Die großartige Stadt Krakau, inoffizielle Hauptstadt Polens verfügt über ein Wurmloch im Raum-Zeit Kontinuum. Als Olek ihre Tickets gekauft hat, musste ich die Toilette aufsuchen. Mysteriöser-weise führten die Schilder mich Richtung Gleise und ich musste eine Treppe runtergehen in ein Kellergewölbe. Sobald man diese Tür öffnet macht man einen Zeitsprung. Polen 1962. Man hört zwei Typen richtig Kauderwelsch reden, selten hört man jemanden überhaupt noch so Polnisch sprechen. Die beiden sahen aus wie Vater und Sohn, aber eher so aus einer inzestuösen Verbindung, als aus einer natürlichen. Im Hintergrund lief ein Fernseher der doppelt so alt war wie ich. Vater und Sohn spielten irgendein komisches Kartenspiel, sobald sie mich wahrgenommen hatten, krächzte einer von beiden ( ich weiß wirklich nicht wer ): 2 zloty!!!! Ich legte ihm das Geld also hin und er nahm es sofort um es beim Kartenspiel einzusetzen. Ich musste durch ein paar verstörende Räume wandeln und kam dann dort an, was wohl mal ein Klo war. Der Zustand besagter Toiletten hätte nicht schlimmer sein können. Ich dachte erst, dass die beiden dort putzen, aber anscheinend hausen die einfach dort bzw. haben sich dort eingerichtet und kassieren Geld von Leuten in Not. Papier gab es nicht, ebensowenig funktionierte einer der drei Wasserhähne ( Baujahr 1902 ). Über die Toiletten selbst verliere ich kein Wort.
Aber eines meine lieben Leser verspreche ich euch! Am Sonntag werde ich das Olek vom Bahnhof abholen und dann eine Full-HD Aufnahme dieser Toiletten machen und hier hochladen. Das muss man mal gesehen haben, sonst glaubt das keiner.
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